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Station 2 –
Die Trauernden

„Glückselig sind die Trauernden,
denn sie sollen getröstet werden.“

(Matthäus 5,4 – Schlachter 2000)

Kein Raum für billige Vertröstung

Die Trauer gehört unzensiert zum schmalen Pfad.
Im endzeitlichen Sturm bricht nicht nur das Sichtbare im Außen weg,
sondern in uns zerbricht die letzte Illusion über diese Welt:
Falsche Hoffnungen sterben,
menschliches Vertrauen versagt,
irdische Sicherheiten stürzen ein.

Gott weist diesen tiefen Schmerz der Mischpoke (מִשְׁפָּחָה) nicht zurück.
Er eilt nicht lieblos darüber hinweg.
Der Vater bleibt ganz nahe stehen –
bei denen, die den Schmerz des Zusammenbruchs nicht überspringen können.

Die gestürzten Glocken von St.Marien zu Lübeck - Ein Mahnmal des Zusammenbruchs

Die gestürzten Glocken von St. Marien zu Lübeck - Ein Mahnmal des Zusammenbruchs Das Bild zeigt die zerstörten Kirchenglocken der Marienkirche in Lübeck, die in der Bombennacht 1962 aus dem brennenden Turm in die tiefe stürtzten & auf dem harten Fließenboden zerschellten. Nach dem Krieg wurden die Trümmer bewusst genau dort belassen, wo sie aufschlugen - als stummes, ungeschöntes Mahnmal des Gerichts & der Zerstörung. Die Glocken, die einst mit mächtiger Stimme über der stadt läuteten, schweigen. Sie sind zum Symbol für das unaufhaltsame Einstürzen irdischer Sicherheiten & den radikalen Bruch mit menschlichen Illusionen geworden. Ein Bild, das den Schmerz nicht überspringt, sondern ihn im Licht der Wahrheit stehen lässt.

Der zweite Raum: Das Ende der geistlichen Verdrängung

Im Haus unseres Lebens gibt es viele verschlossene Kammern.
Wir haben dort über Jahre hineingeworfen,
was uns in diesem Weltsystem Angst macht.
Wir haben die Augen vor dem geistlichen Verfall verschlossen
und den Schmerz wie hinter einem brüchigen Staudamm verborgen.

In der Krise des vierten Monats öffnen wir diese verschlossene Tür.
Wir lassen zu, dass der Zustand unseres Herzens
und der Zustand dieser sterbenden Welt radikal angesehen wird.
Es ist ein heiliger Schmerz – das Weinen über die Gesetzlosigkeit,
die das erste und vierte Gebot (Sabbat / שַׁבָּת) mit Füßen tritt.

Göttlicher Trost und der unerschütterliche Schalom (שָׁלוֹם) geschehen nur dort,
wo absolut nichts mehr verdrängt oder schöngeredet wird.

Ein Gebet im Angesicht der Erschütterung

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Du siehst mein Leid und mein Weinen über diese Zeit.
Du kennst das Gewicht, das ich trage,
und den Schmerz über das, was um mich herum zerbricht.
Mir fehlen oft die menschlichen Worte.

 

Ich öffne Dir heute die tiefsten Kammern meines Herzens.
Lass mich nicht fliehen vor der Realität des Sturms.
Lass mich nicht flüchten in die Betäubung und die Ablenkungen der Welt.

 

Tröste mich auf Deine übernatürliche Weise und in Deiner Zeit.
Richte mich auf, wenn meine eigene Kraft am Ende ist.
Bleib bei mir im Verborgenen, wenn der Zorn vorüberzieht.


Amen.

Prophetischer Denkanstoß

Halte in den kommenden Monaten des Sturms nicht zurück, was an Schmerz und Erschütterung in deinem Herzen ist. Die zerbrochenen Systeme dieser Erde verdienen deine Tränen nicht – aber dein Schmerz darf vor JHWH (יהוה) bestehen.

 

Die zerbrochenen Systeme dieser Erde verdienen deine Tränen nicht – aber dein Schmerz darf vor JHWH (יהוה) bestehen. 

 

Denn genau dort, wo du das Alte nicht mehr krampfhaft festhältst,
kann der göttliche Tröster, die Ruach HaKodesch (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ), dich erreichen.
Es ist der Schmerz, der dich reif macht für die sichere Arche Jeschuas.

 

Vertraue darauf, dass der übernatürliche Helfer und Retter – der „Ezer“ (עֵזֶר) Gottes – dir gerade jetzt am nächsten ist.

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