Wegmarke 11 –
Der Weg bleibt in mir
Ort: Bad Fallingbostel (Der Kräutergarten / Der Bahnhof)
Der Morgen ist ruhig. Ich weiß, dass ich heute zurückkehren werde.
Ich gehe noch einmal durch den Ort. Die Wege. Die Häuser. Die Menschen.
Alles ist da. Und doch sehe ich es anders als zuvor.
Ich gehe in einen Kräutergarten. Still. Geordnet.
Ich lese Worte: Heilung. Stärkung. Ruhe.
Und ich merke: Etwas hat begonnen. Nicht alles ist abgeschlossen. Aber etwas ist in Bewegung. In der Stille wird mein Blick klar.
Ich erkenne: Heilung geschieht nicht nur im Gehen, sondern auch im Stillwerden.
Im Bleiben. Im Inneren.
Ich sehe zurück. Der Weg liegt hinter mir. Und doch weiß ich:
Er ist nicht vorbei. Er ist in mir.
Denn dort, wo Gott mir begegnet ist, ist Raum entstanden.
„Siehe, ein Thron stand im Himmel…“ (Offb 4,2)
Und ich beginne zu verstehen: Der Himmel ist nicht fern.
Er ist nahe.
Ich gehe zum Bahnhof. Ich warte. Dann steige ich ein.
Der Zug setzt sich in Bewegung.
Der Ort bleibt zurück. Und doch nicht wirklich. Ich nehme ihn mit.
Die Stille bleibt.
Die Gewissheit bleibt.
Der Weg geht weiter.
In mir.
Die Erdung im Gehen:
In Fallingbostel, zwischen den Heilkräutern des Parks, durfte ich meine Kampfspuren betrachten. Mein Bein schmerzte von den vielen Kilometern – eine bleibende Erinnerung an die Intensität der Landeinnahme. Doch ich blicke voller Dankbarkeit auf die Hilfsmittel zurück: Der Pilgerwagen, der mir die Last des Gepäcks abnahm, und meine zwei Pilgerstäbe, die mir Halt gaben, als der Boden unsicher wurde.
Geistlich erkenne ich darin das doppelte Zeugnis von Wort und Geist, das uns stützt. Wir kehren nicht „leer“ zurück, sondern als Träger einer neuen Realität. Der Weg verlagert sich jetzt von außen nach innen. Wir sind nun selbst der Tempel, in dem Er wohnt. Warum diese innere Heilung und die Vorbereitung auf das große Finale (2031) jetzt wichtiger sind als jedes äußere Zeichen, erfährst du im [→ Blogbeitrag Teil 10: Ankunft am Ziel – Das Vaterhaus].
Gebet
Vater,
du kennst meine Wunden. Du kennst meine Erschöpfung und du kennst den Weg der Heilung.
Du hast begonnen mein Herz zu heilen, nicht auf einmal, sondern schrittweise.
Du hast mir gezeigt, dass Heilung Zeit braucht.
Stille.
Raum.
Deine Nähe.
Lass mich nicht zurückfallen in das Alte.
Lehre mich, still zu werden, wenn du wirkst.
Lehre mich zu vertrauen, auch wenn ich noch nicht alles sehe.
Bewahre, was du in mir begonnen hast, und führe die Heilung weiter.
In deiner Gegenwart findet meine Seele Ruhe.
Amen.
Siegelwort:
Der Weg endet nicht. Er verlagert sich von außen nach innen. Du trägst den Strom der Wahrheit (Nahara Emet) nun in dir selbst.
Schriftwort:
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
(1. Korinther 3,16)
und
„Siehe, die Wohnung Gottes ist bei den Menschen.“
(Offenbarung 21,3)

Die Pilgerbriefe vertiefen diesen Weg.
