Wegmarke 9 –
Am Brunnen
Ort: Soltau (Sichem / Der Heiratsbrunnen)
Der neue Tag ist angebrochen.
Ich habe geruht. Ich wurde gereinigt. Ich wurde gestärkt.
Und dann erinnere ich mich:
„Komm zum Brunnen.“
Ich gehe. Die Stadt ist belebt.
Menschen kommen und gehen. Stimmen. Bewegung.
Doch ich suche einen stilleren Ort.
Am Rand. Dort finde ich ihn:
Den Brunnen.
Ich setze mich. Hole Wasser. Trinke.
Dann sehe ich ihn.
Ein Mann. Er kommt näher und setzt sich.
Er wirkt müde. Durstig.
Und ich höre eine leise Stimme in mir:
„Gib mir zu trinken.“
Es ist nur ein einfacher Satz und doch geschieht mehr.
Ich sehe ihn wirklich. Nicht nur äußerlich, sondern in seiner Bedürftigkeit.
Ich gebe, was ich habe. - Wasser. - Er nimmt es. - Trinkt.
Dann sieht er mich an. Und dankt.
Still.
Und geht.
Ich bleibe zurück.
Etwas ist anders.
In diesem einfachen Moment ist mehr geschehen,
als ich erklären kann.
Ich erkenne:
Ich bin nicht zufällig hier.
Zur rechten Zeit.
Am rechten Ort.
Und ich beginne zu verstehen:
Der Weg führt nicht nur zu Gott.
Er führt auch zu den Menschen.
Ich habe gesehen und gegeben
Ich habe nicht viel gegeben.
Nur Wasser.
Aber es war genug.
Und ich erkenne: Geben gehört zum Weg.
Ich habe Jeschua im Verborgenen erkannt
Die Begegnung war unscheinbar. Kein großes Zeichen.
Und doch: In diesem Moment war Er da.
Ich habe Ihn nicht festgehalten, aber ich habe Ihn erkannt.
Und ich beginne zu verstehen:
Jeschua begegnet mir und uns oft verborgen.
Die Erdung im Gehen:
In Soltau erreichen wir einen der wichtigsten Punkte unserer Landeinnahme: Den Heiratsbrunnen. In der biblischen Typologie entspricht dieser Ort Sichem. Sichem war der Ort, an dem Abraham seinen ersten Altar baute und an dem Josua später das ganze Volk versammelte, um den Bund mit Gott feierlich zu erneuern (Josua 24). Es ist der Ort der Entscheidung und des Bundes.
Hier am Brunnen geschieht heute die Reinigung und die Begegnung mit Jeschua, wie einst bei der Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4). Es ist der Ort der Emuna – jener tiefen, hebräischen Form des Vertrauens, die uns auch dann hält, wenn die Welt um uns her erschüttert wird. Dass mein eigener Sohn genau in dieser Phase der Landeinnahme 2026 heiratet, ist für mich mehr als ein Familienfest: Es ist ein lebendiges Siegel Gottes. Er zeigt uns damit im Sichtbaren, was Er im Geistigen tut: Er führt die Mischpoke (die geistliche Familie) zusammen und festigt den Bund mit Seinen Kindern. Warum dieses unerschütterliche Vertrauen unser einziger Anker im aktuellen Weltenbeben ist, erfährst du im [→ Blogbeitrag Teil 7: Emuna – Das Vertrauen im Auge des Sturms].
Hier am Brunnen trinken wir das lebendige Wasser, das uns die Kraft für das letzte Wegstück zum Vaterhaus gibt.
Gebet
Jeschua haMaschiach,
öffne meine Augen, damit ich dich erkenne.
Nicht nur im Großen, sondern im Kleinen.
Lehre mich zu sehen, wo du mir begegnest.
Und zu geben, wo du mich sendest.
Zeige mir, wie ich treu sein kann
und dir dienen kann in kleinen und großen Dingen.
Führe mich zu den Begegnungen, die du für mich bereitet hast.
Amen.
Siegelwort:
Wer gibt, empfängt.
Wer sieht, erkennt.
Und wer dient, begegnet Christus.
Schriftwort:
„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
(Matthäus 25,40)

Die Pilgerbriefe vertiefen diesen Weg.
