Wegmarke 10 –
Die Zeit der Rückkehr
Ort: Bad Fallingbostel (Der Ort des Abschlusses)
Ich gehe weiter. Der Weg ist ruhiger geworden.
Meine Schritte sind langsamer. Und doch gehe ich in Frieden.
Ich komme an einen Ort, an dem ich meinen Pilgerpass abstempeln lassen möchte.
Doch die Tür ist geschlossen.
Ich versuche es noch einmal. Auch dort bleibt sie verschlossen.
Ich bleibe stehen. Ich hatte erwartet, ein Zeichen zu bekommen.
Eine Bestätigung.
Einen Abschluss.
Doch nichts geschieht.
Zuerst verstehe ich es nicht.
Ich bin diesen Weg gegangen.
Ich bin hierhergekommen.
Und doch bleibt es still.
Dann wird mir etwas klar:
Meine Sicherheit hängt nichtan sichtbaren Zeichen.
„Zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden,
jeder, der im Buch geschrieben steht.“ (Dan 12,1)
Mein Name ist geschrieben. Nicht in einem Pass. Nicht in einem sichtbaren Siegel.
Sondern bei Gott im Buch des Lebens. Der Ewige hat meinen Weg gesehen.
Das genügt.
Ich gehe weiter. Ich erreiche meine Herberge.
Ich trete ein. Ich lege ab.
Und in der Stille wird es ruhig in mir.
Der Weg geht weiter, aber dieser Abschnitt ist zu Ende.
Nicht, weil der Weg aufhört, sondern weil etwas vollendet ist.
Ich spüre keinen Widerstand mehr. - Nur Frieden.
Ich weiß: Ich werde zurückgehen.
Nicht als derselbe Mensch, sondern als jemand, der geführt wurde.
Der Weg bleibt. - In mir.
Die Erdung im Gehen:
In Bad Fallingbostel endet die physische Wanderung durch die Heide. Es ist der Moment, in dem wir realisieren: Die Zeit der äußeren Vorbereitung neigt sich dem Ende zu. Geistlich stehen wir am 7. Juli 2026 (7.7.26), dem Abschluss der 1335 Tage aus Daniel 12. Die Türen der alten Welt schließen sich. Wer bis jetzt kein Öl in seiner Lampe hat, sucht vergeblich nach einem sichtbaren Stempel. Doch für die Mischpoke gilt: Unser Name steht im Buch des Lebens. Das ist unser wahres Siegel. Warum das Ausharren bis zu diesem Punkt einen besonderen Segen trägt, erfährst du im [→ Blogbeitrag Teil 9: Der Klang des Sieges].
Gebet
Vater,
ich danke dir. Du hast mich geführt auf diesem Weg.
Du hast mich bewahrt und getragen. Du hast mir gezeigt, dass du nahe bist.
Auch ohne sichtbare Zeichen warst du da.
Hilf mir, das Empfangene zu bewahren und dir zu vertrauen, auch wenn ich nichts sehe.
Führe mich weiter.
Amen.
Siegelwort:
Nicht alles wird sichtbar bestätigt.
Doch was bei Gott gilt, trägt.
Das wichtigste Siegel deines Weges trägt nicht dein Pass, sondern dein Name im Herzen Gottes.
Schriftwort:
„Alles hat seine Zeit, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“
(Prediger 3,1)

Die Pilgerbriefe vertiefen diesen Weg.
