Wegmarke 1 –
Aufbruch
Der erste Schritt
Der Weg ruft. Ich bitte um Wegweisung.
Der große Sturm ist vorüber.
Ich atme auf.
Das Wasser ist ruhig geworden.
Am Horizont erscheinen erste Berge.
Und weiß ich:
Ich kann nicht bleiben, wo ich bin.
Etwas in mir ist gerufen worden.
Noch leise.
Noch ohne klare Richtung.
Aber stark genug, um mich aufzurichten.
Ich sehe den Weg noch nicht.
Ich kenne keine Karte.
Ich habe keine Sicherheiten.
Und doch weiß ich:
Ich bin gerufen, mich auf den Weg zu machen.
Nicht aus eigener Stärke.
Nicht aus eigenem Wissen.
Sondern im Vertrauen, dass der, der ruft, auch führt.
Ich werde still.
Ich bitte um Wegweisung.
Ich warte.
Und im Warten beginnt der Weg.
Ich sehe den Weg noch nicht.
Ich kenne keine Karte.
Ich habe keine Sicherheiten.
Und doch spüre ich:
Es ist Zeit, den Boden meines Lebens neu aufzubrechen.
Das Alte hinter mir zu lassen,
damit Gottes Wahrheit Raum gewinnen kann.
Ich werde still.
Pilgergebet
Lieber Gott,
ich stehe am Anfang eines Weges,
und ich weiß nicht, wohin er mich führen wird.
Der Sturm liegt hinter mir.
Vor mir liegt Land, fremd und still.
Ich spüre, dass Du mich rufst,
doch ich bin mir sehr unsicher.
Ich kenne Deine Stimme nicht.
Und ich fürchte mich, mich zu täuschen.
Wenn Du es bist, der mich ruft,
dann lehre mich, Dich zu erkennen.
Wenn Du mich führen willst,
dann gib mir den Mut, den ersten Schritt zu tun.
Ich weiß nicht, wie dieser Weg aussieht.
Aber ich bitte Dich:
Lass mich nicht allein gehen.
Amen.
Siegelwort:
Der Weg entsteht unter deinen Füßen, während du gehst.
Gott sagt: Pflüget ein Neues!
(Jeremia 4,3)
Der Aufbruch beginnt nicht mit großer Kraft,
sondern mit der Bereitschaft,
den harten Boden des Herzens für Gottes Strom zu öffnen.
Schriftwort:
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“
(Psalm 119,105)

