Wegmarke 8 –
Ich werde getragen und gereinigt
Der Weg hat mich Kraft gekostet.
Was am Anfang leicht war, ist schwer geworden.
Meine Schritte sind langsamer geworden.
Ich habe meine Grenzen erreicht.
Ich konnte nicht mehr so weitergehen wie zuvor.
Und doch wurde ich weitergeführt.
Nicht alles lag mehr in meiner eigenen Kraft.
Ich durfte annehmen, was mir gegeben wurde.
Ich wurde getragen.
Und so komme ich an.
Früher, als ich es erwartet hatte.
Ich stehe vor der Herberge.
Die Tür ist noch verschlossen.
Ich warte.
Ich bin müde.
Mein Körper ist erschöpft.
Doch ich bin angekommen.
Und dann öffnet sich die Tür.
Ich trete ein.
Es ist still.
Ich lege ab, was ich getragen habe.
Den Staub.
Die Schwere.
Ich wasche mich und meine Kleider.
Es ist mehr als Wasser; es ist die Reinigung des Herzens von aller Bosheit und Verkrustung (Jer 4,4).
Alles, was mich auf dem schmalen Weg beschwert hat,
bleibt in diesem Waschbecken zurück.
Ich werde leer, um neu gefüllt zu werden.
Ich nehme Öl und salbe was wund geworden sind.
Langsam.
Behutsam.
Ich spüre, wie neue Kraft zurückkehrt.
Ich werde still.
Ich muss nicht weitergehen.
Nicht jetzt.
Ein neuer Tag liegt vor mir.
Ein Tag der Ruhe. Sabbat.
Ich beginne zu verstehen, dass diese Zeit kein Zufall ist.
Tief in mir spüre ich eine leise Erinnerung:
"Komm zum Brunnen."
Es ist der Ruf Jesu,
der schon dort auf mich wartet (Joh 4,7).
Er, der mich um Wasser bittet,
damit Er mir das lebendige Wasser geben kann,
das nie mehr versiegt.
Ich weiß noch nicht, was mich dort erwartet.
Und ich bin bereit zu kommen.
Dankgebet
Vater,
ich danke dir.
Du hast mich getragen, als meine Kraft zu Ende war.
Du hast mich hierher geführt.
Reinige mein Herz.
Erneuere meine Kraft.
Bereite mich auf das vor, was vor mir liegt.
Führe mich zu dem Ort, an dem du mir begegnen willst.
Amen.
Siegelwort:
Du wirst getragen – nicht angetrieben.
Gott reinigt dich nicht, um dich zu beurteilen,
sondern um dich für Seine Gegenwart bereit zu machen.
Schriftwort:
„Nicht durch Kraft und nicht durch Macht,
sondern durch meinen Geist, spricht der HERR.“
(Sacharja 4,6)

