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Wegmarke 6 –
Nicht mehr allein gehen

Am Morgen verlasse ich die Herberge.

Ich bin ausgeruht, und in mir ist eine Ruhe,

die gestern noch nicht da war.

Ich gehe weiter auch wenn ich nicht weiß, was vor mir liegt.

Nach einiger Zeit begegnet mir ein anderer Pilger.
Ohne viele Worte gehen wir nebeneinander.

 

Es ist der Rufe, der in der Ferne erschallt.

'Sammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen! (Jer 4,5).

Wir gehen nicht als isolierte Wandrer, sondern als Teil einer Gemeinschaft,

die Schutz und Kraft in der Gegenwart Gottes sucht.

Die Posaune ruft uns zusammen, damit wir uns gegenseitig stützen.

Wir sprechen.
Nicht über alles, aber über das, was uns bewegt.

Der Weg wird leichter.

Es ist, als würde mich etwas tragen.

Dann trennen sich unsere Wege.


Kein großes Abschiedswort.
Nur ein stilles Nicken.

Ich gehe weiter.
Und doch nicht mehr allein.

Während ich weitergehe, beginne ich zu erkennen.

Ich blicke zurück – nicht mit meinen Augen,

sondern mit meinem Inneren.


Und sehe die Spuren.

Ich war geführt.

Nicht immer sichtbar -
nicht immer so, wie ich es erwartet hätte.

 

Aber ich war nie allein.

Der Ewige ist nahe.
Er führt mich.
Er bewahrt mich.
Er liebt mich.

Und in dieser Gewissheit gehe ich weiter.

Gebet

Ewiger Gott,

du warst da, auch als ich dich nicht erkannt habe.


Du hast mich geführt, auch als ich meinte, allein zu gehen.

Du kennst meinen Weg.
Du kennst mein Herz.

Öffne meine Augen, damit ich deine Nähe erkenne.
Stärke mein Vertrauen, damit ich dir weiter folgen kann.

Lehre mich, in deiner Gewissheit zu gehen.

Amen

Siegelwort:

Du erkennst, dass du nie allein gegangen bist. 

Gottes Ruf gilt uns allen –

im gemeinsamen Gehen wird Seine Stimme hörbar

Schriftwort:

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen,

den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“
(Psalm 32,8)

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